Reinhard Plückthun
Nov 8, 2018

ROC! Return of Creativity.

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Ich finde, das Kreativität die meist unterschätzte Ressource in Unternehmen ist. Wir reden permanent darüber, das wir agiler, innovativer, radikaler werden müssen um auch in Zukunft erfolgreich sein zu können. Was wir aber dabei unterschätzen ist, das dieser Kampf an der menschlichen Ideenfront ausgetragen wird und eben nicht in der digitalen Vermessung der Welt. Also mehr Humboldt und weniger Gauß, vereinfacht gesagt. Es zählt der menschliche Funke und nicht der maschinelle Impuls.

In einer Forrester Studie wurde festgestellt, das sich 61% aller Unternehmen als NICHT kreativ genug empfinden. Obwohl man auch festgestellt hat, das kreative Unternehmen erfolgreicher sind und bis zu 10% mehr Umsatz generieren. Warum also wird dieser verborgene Schatz so selten gehoben?

Als erstes ist Kreativität ein Thema für die Führungs-Etage. In der IBM Global CEO Studie ist Kreativität die WICHTIGSTE Führungsqualität. Kreative Führungskräfte fördern Experimentierfreude und damit Innovationskraft im Unternehmen. Sie unterstützen aktiv tiefgreifende Veränderungen ihrer Geschäftsmodelle. Dabei suchen sie ständig nach neuen Ideen und sorgen für einen nachhaltigen innovativen Führungs- und Kommunikationsstil. Soweit so gut. In der Praxis hat sich mir oft ein differenzierteres Bild dargestellt. Nämlich, das oft die eigene Organisation einen breiten, mutigen Einsatz von Kreativität sogar verhindert. Kreativität wird oft ausgelagert in die Marketing-Abteilung ("die dürfen da ja kreativ sein") oder in externe Hub´s und Lab´s ("dort arbeiten wir mit jungen kreativen Start Up´s zuammen") und vermitteln so der Organisation, das Kreativität eher eine Nischen-Qualität im Management-Tagesgeschäft ist. Zu kurz gedacht. Denn die GESAMTE kreative Kraft, die in jedem Unternehmen liegt, gilt es täglich zu nutzen und zu aktivieren, um "neue, werthaltige und nützliche Dinge hervorzubringen" (Definition von Kreativität lt. D.G. Meyers, Psychologie 2014). Vor allem JETZT und HEUTE. Denn: Wir sind gerade Zeitzeuge von etwas NEUEM was gerade erst im entstehen ist. Historisch gewachsenes wird hinterfragt. Bisher erfolgreiches muss neu gedacht werden. Also: Wir brauchen mutige kreative Unternehmen, die JETZT unsere Zukunft neu gestalten. Welche Voraussetzungen dafür notwendig sind hat einmal Reinhard K- Sprenger so formuliert: „Wer will, dass seine Mitarbeiter kreativer werden, der muss Unsicherheit akzeptieren, auch scheinbar Unvernünftiges zulassen, wo kein extremer Schaden zu befürchten ist. Der erkennt Initiative an und nicht Konformität. Der schenkt seinen Mitarbeitern Vertrauen und gibt ihnen Freiheitraum.“

Conclusion: Jeder Mensch ist kreativ. Organisationen haben bisher zu wenig Kreativität gefördert und gefordert. Darin liegt ein unfassbar großes Potential. Denn Kreativität ist notwendig um Neues zu erschaffen. Neues wird unsere Zukunft sichern. Und Zukunft wird aus Ideen gemacht.

Reinhard Plückthun Nov, 2018. www.navigationlab.de

 

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  • Reinhard Plückthun
    Mar 25

    Es wird sehr viel über Veränderung gesprochen. Meist redet man vom ungeheurenVeränderungsdruck. Weniger höre oder lese ich jedoch vom Veränderungswillen. In den letzten 15 Jahren, in denen ich so einige große Unternehmen kennen lernen und sie beratend begleiten durfte, merkte ich sehr schnell, was das konkret bedeuten kann. Jene Unternehmen und deren Mitarbeiter die Veränderung als Druck empfanden und meinten sie müssten (!) jetzt mal was tun, gingen mit einer anderen Haltung an die Innovations-Arbeit als jene, die sagten, wir wollen (!) jetzt die Veränderung und etwas bewegen. So war es sehr energieaufwendig die „Müssenden“ zunächst für Veränderungen zu öffnen im Gegensatz zu den „Willigen“, die auf Basis Ihrer Neugier gleich offenherzig loslegten. Sie können sich gut vorstellen wer am Ende die größeren Sprünge gemacht hat. Dabei habe ich aber auch erkannt, dass unser ganzes soziales und wirtschaftliches System sehr stark vom Bewahren der Erfolge der letzten Jahrzehnte geprägt ist. Es scheint mir verständlich, dass die Bewahrer sich nur schwer auf Neues und Unbekanntes einlassen, solange das Jetzige noch erfolgreich ist oder zumindest scheint. Was ich den Bewahrern dann vermittelte war die Freude am Entdecken. Damit einhergehend steigerte sich auch ihr Mut Bekanntes in Frage zu stellen, sich Bisheriges und Erreichtes zu Nutze zu machen um Neues auf dieser Basis zu bauen und wachsen zu lassen. Veränderung kann man also erlernen. Für mich war und ist es wichtig, alle Beteiligte mitzunehmen auf eine große Reise, wenn auch unklar ist, welche Stürme wir zu überstehen haben und welche Länder wir am Ende neu entdecken. Für mich ist diese Reise bereits das Erlebnis. Veränderung ist spannend, macht uns lebendig und neugierig. Also fragen Sie sich: „Was kann ich heute einmal anders machen?“. Das können kleine Dinge sein. Am Morgen mal Tee statt Kaffee, die Meetings im Stehen statt im Sitzen oder einen anderen Nachhauseweg wählen. Man muss ja nicht immer gleich die ganze Welt verändern wollen. Die Reise beginnt damit, dass man erste kleine Schritte geht. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß am „anders machen“. Reinhard Plückthun
  • Klaudia Weier
    Mar 29, 2018

    In einem ehemaligen Fabriksareal in Wien-Atzgersdorf befindet sich unser Creative Space. Untergebracht in einer alten Klavierfabrik, einem unverwechselbaren Bau aus roten Backsteinen. Als Plattform für Innovation lockt das Loft Kreative sämtlicher Sparten, die sich an Diskussionen beteiligen, Innovationsveranstaltungen besuchen oder selber Workshops abhalten wollen. Die Location ist Coworking Space, Café und Workshopraum zugleich, dem eine Atmosphäre von Bohème anhaftet und als idealer Rückzugsort für Innovatoren, Coworker sowie Kreative dient. Die Inspiration entsteht durch die Vielzahl an Möglichkeiten, sich ohne Druck entscheiden zu können. Man kann in unserer Bücherecke nach Methoden-Literatur oder Tools suchen, ein Business Meeting oder Offsite abhalten, den Nachmittag in Ruhe mit Arbeiten verbringen, inspirierende Gespräche führen bzw. einen Design Thinking oder anderen Workshop abhalten. Sich dabei vergessen oder finden und sich zwischendurch mit leckeren Köstlichkeiten verwöhnen lassen. Darf es ein bisschen Farbe sein? In unserem Creative Space in Wien können alle, die auf der Suche nach Inspiration sind, nicht nur entspannt workhoppen und coworken, sondern auch ihre kreativen Batterien aufladen. Inspiration für Farbgebung und Stile findet man hier an jeder Ecke. Nicht nur die Bilder an den Wänden, oder die ausgefallenen Bestuhlungsvarianten, sondern auch die funktionalen Möbel sowie Dekorationen und Installationen sind Kunstwerke für sich. Manchmal braucht man einfach etwas Abstand, um den Kopf wieder freizubekommen. Innovation entsteht dort, wo zusammengearbeitet wird und Ideen gemeinsam weiterentwickelt werden. Ziel ist es, dass möglichst viele Menschen mit unterschiedlichen Berufen und aus unterschiedlichen Branchen in einem Raum zusammenarbeiten. So wird eine kreative Arbeitsatmosphäre geschaffen, die Kooperation und Wissensaustausch fördert. So come in and take a seat @ our Coworkingloft
  • Reinhard Plückthun
    Mar 27, 2018

    Das NavigationLab existiert nun seit 20 Jahren. Die ersten 10 Jahre war es eine Art Insel der Glückseeligen im großen Reich der Deutschen Telekom. Es wurde 1998 innerhalb der deutschen T-Mobile Organisation gegründet mit dem Auftrag, dem damals noch staatsnahen Konzern ein wenig „Jugendkultur zu vermitteln und einzuhauchen“. Eine wahrlich mächtige Aufgabe. Aber es war der Startpunkt, daß ein großer Konzern sich dazu veranlasst sah, sich tiefer in „junge Kunden“ hinein zu denken. Es galt auf Basis von Verständnis und Respekt voreinander zu lernen und dann wirklich lebensnahe Produkte und Services zu gestalten. Die ersten 10 Jahre hatten zur Folge, das wir im NavigationLab so Dinge taten, die man heute unter Design Thinking oder Customer Experience Design versteht. Damals war es für uns einfach nur natürlich, daß wir uns mitten in unsere „Zielgruppe“, die wir natürlich so nicht nannten sondern „communities“, begaben um zu lernen, zu verstehen und gemeinsam Ideen zu entwickeln. Heraus kamen Programme, Services und Aktionen wie eine Bild-SMS als es noch keine Foto-Nachrichten App gab, Konzepte für das „persönlichste Radio der Welt“ als es noch kein Spotify gab oder lokale Service-Dienste im Rahmen der Loveparade als es noch keine „local based services“ gab. Das wichtigste Ergebnis war jedoch, das sich der Konzern begann auch inner-kulturell zu wandeln. Langsam weg von der staats-bürokratischen Erhabenheit hin zum modernen, zukunfts-orientierten Technologie-Unternehmen. Aus den ersten Ansätzen des NavigationLab kamen dann später die bekannten Programme und Institutionen wie das Telekom Creation Center, das T-Lab oder der Hubraum – alles wichtige Konzern-Beiboote, die sich noch heute um die Zukunftsfähigkeit der Deutschen Telekom kümmern. Permanent ist man dort auf der Suche, wie die diversen Innovations-Programme koordiniert und ausgerichtet sollten. Eins steht dabei fest, man arbeitet weiterhin täglich ausdauerend an der Zukunftsfähigkeit des Konzerns. Das NavigationLab wurde nach 10 Jahren verselbstständigt. Seit 2007 ist es als unabhängige Beratung für Innovations-Befähigung im DACH-Markt für unterschiedlichste Kunden tätig. Etwas neues mussten wir, teilweise recht schmerzlich, seitdem lernen. Nicht jede größere Organisation geht Zukunfts-Arbeit so konsequent und pragmatisch an wie die Deutsche Telekom. Obwohl in den letzten 10 Jahren der Innovations-Druck nochmal deutlich gestiegen ist, haben wir oft das Gefühl, das sich die Organisationen selbst im Weg stehen, wenn sie sich auf die Reise machen wollen. Unser Ansatz ist, das der beste Reisebegleiter in die Zukunft der ist, der diese Reise schon einmal gemacht hat. Wir begleiten also Unternehmen auf ihrer Reise und ermöglichen es ihnen dabei, ihre Zukunft aus sich selbst heraus zu gestalten. Und das was sich so einfach anhört, ist extrem schwere Arbeit. Die Vorrausetzungen sind für eine solche gemeinsame Reise, das man den Mut aufbringt, sich vertrauensvoll mit uns als Navigatoren begleiten zu lassen. Wir wissen, daß es oft zu Stürmen auf hoher See kommen wird, schwierige Kliffe sind zu umschiffen und Stürme zu überstehen. Das führt dazu, das man akzeptieren muss, das die Reise nicht in einer Woche, in einem Monat oder in einem Jahr zum Ziel führt. Wie beschrieben, die Deutsche Telekom arbeitet seit nahezu 20 Jahren an dieser Aufgabe. Warum soll es also in anderen Unternehmen schneller gehen? Und überhaupt: kommt man eigentlich jemals an? Oder ist es eine immer andauernde Reise. Denn die Zukunft ist ja kein Fixum, auch sie ist in ständiger Bewegung. Was wir in den letzten 10 Jahren auf diversen Reisen als Begleiter erlebt haben, könnte schon ein Buch füllen. Viele dieser Reisegeschichten laufen aber oft darauf hinaus, daß man in Unternehmen glaubt, wenn man ein Schiff gebaut hat wäre schon der Hauptteil der Reise getan. Dabei stehen viele Schiffe noch im Hafen (verstehen Sie dies als Synonym z.b. für die vielen Lab´s, Hub´s, Accelaratoren etc). Oder wenn man sich auf den Weg zur Nachbarinsel gemacht hat, müsste diese Reise doch reichen (z.B. Hackathons) und man findet einfach nicht den Mut, sich auch auf zu machen nach neuen, entfernteren Kontinenten. Die heutigen Organisationen sind meist leider nicht kompatibel mit den Notwendigkeiten die es braucht, um sich täglich auf Zukunfts-Reisen zu machen. Dagegen sprechen oft unterschiedlich notwendige Skills, Prozesse, Denkweisen und Kulturen. Wenn man dies aber weiß, akzeptiert und als Start-Gepäck mit auf die Reise nimmt, dann sind zumindest die Voraussetzungen gut, daß die Reise auf lange Sicht erfolgreich sein wird. Erfolgreich im Sinne von, der Weg ist das Ziel. Genau das macht aber auch die Freude am Entdecken aus. Sie am Steuerrad. Wir am Sextanten. Denn wir sind auch auf einer Reise. Seit 20 Jahren ermöglichen wir unseren Kunden, Zukunft aus sich selbst heraus zu schaffen. Wollen wir diese spannende Reise nicht gemeinsam antreten?
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