Reinhard Plückthun
Nov 28, 2017

Bewahrer gegen Erneuerer: 1:0.

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Es ist die 45. Minute. Die erste Halbzeit wird gerade abgepfiffen. Im Spiel “Bewahrer” gegen die “Erneuerer” steht es 1:0. Die Bewahrer spielten professionell ihre Defensiv-Stärke aus. Die Erneuerer rannten oft erfolgreich, weil überstürzt gegen das Abwehr-Bollwerk an oder liefen fast dilettantisch in die Abseitsfalle.

In der Halbzeitpause aber passiert etwas spielveränderndes: der Trainer der Erneuerer appelliert an den Enthusiasmus, an die Kreativität, an die unglaublich Freude am Spiel seines Teams. Der Trainer der Bewahrer aber scheint nicht mehr als die Weisheit vermittelt zu haben, das Spiel ist schon gelaufen, einfach weiter so, Kraft sparen, der Gegner ist demoralisiert. Was geschieht dann wohl nach der Halbzeit-Pause?

 

Wir alle sind derzeit in einer großen Halbzeitpause. Unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft, unserePolitik, unsere Sozial-Systeme – all dies muss sich auf die zweite Halbzeit vorbereiten. Und die ruhmreiche, große Mannschaft der Bewahrer, die in den letzten Jahrzehnten alles in Sachen Spielgestaltung aufgebaut und perfektioniert hat, wird sich einem neuen Spiel in der zweiten Halbzeit stellen müssen. Die Bewahrer merken, dass ihre Spielzüge, die jahrelang erfolgreich praktiziert wurden, nicht mehr so gut funktionieren. Es ist ja in Wahrheit ein nur mageres 1:0. Früher lag man gleich einmal 3:0 oder 4:0 vorne. Wenngleich das Spiel selten so attraktiv war.

Der Schwung früheren Jahre ist weg. Man profitierte von der Erfahrung und den eingespielten Spielzügen. Nun aber wird das Team älter, behebiger und der große Gegener, die Erneuerer, machen es einem echt schwer. Sie spielen mit Leidenschaft. Lernen aus ihren Fehlern, greifen immer wieder mit neuer Energie an. Man braucht weder Prophet noch Bundestrainer zu sein um zu erkennen, dass dies nicht mehr lange gut gehen wird. Und eines scheint auch klar zu sein: Das Publikum dieses Spiels ist mehr und mehr gelangweilt und erhofft sich eine bessere zweite Halbzeit. Mehr Dynamik, mehr Frische, mehr unverhoffte Spielzüge – eben mehr Kreativität und Attraktivität im Spiel.

Gut, das hier ist kein Spielbericht eines Kreisliga-Spiels. Aber dennoch ist es die Realität, mit der wir uns oft im NavigationLab auseinander setzen. Wir versuchen innerhalb von Unternehmen (oder Teams) neue Engergie für die zweite Halbzeit zu entwickeln. Das fällt den Spielern nicht leicht, weil sie dem großen Gegner der Bewahrer in den letzten Jahren unterlegen waren und oft mehr und mehr die Hoffnung verloren haben. Nun gilt es mit neuem Mut die Gunst der Stunde zu nutzen. Das Spiel WIRD sich ändern. Ganz eindeutig. Vieles wird in Frage gestellt. Vieles verändert sich. Die Bewahrer wollen es nicht wahr haben und werden das alte Spiel bis zum letzten Zentimeter weiter verfolgen wollen, bis zur letzten Sekunde mit Mann und Maus verteidigen. Dabei merken sie es sogar selbst, das ihr Spiel bereits schon jetzt verloren scheint. Mehr Mut, mehr Neues wagen, mehr ausprobieren und auch mehr scheitern wenn man daraus Lernen kann, das sind die neuen spielgestaltenden Grundlagen. Ja, ja, nicht neu aber es gilt nun nicht nur darüber zu reden sondern dies auch täglich konsequent zu spielen! Also raus gehen, angreifen, gewinnen!

 

 

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  • Reinhard Plückthun
    Mar 25

    Es wird sehr viel über Veränderung gesprochen. Meist redet man vom ungeheurenVeränderungsdruck. Weniger höre oder lese ich jedoch vom Veränderungswillen. In den letzten 15 Jahren, in denen ich so einige große Unternehmen kennen lernen und sie beratend begleiten durfte, merkte ich sehr schnell, was das konkret bedeuten kann. Jene Unternehmen und deren Mitarbeiter die Veränderung als Druck empfanden und meinten sie müssten (!) jetzt mal was tun, gingen mit einer anderen Haltung an die Innovations-Arbeit als jene, die sagten, wir wollen (!) jetzt die Veränderung und etwas bewegen. So war es sehr energieaufwendig die „Müssenden“ zunächst für Veränderungen zu öffnen im Gegensatz zu den „Willigen“, die auf Basis Ihrer Neugier gleich offenherzig loslegten. Sie können sich gut vorstellen wer am Ende die größeren Sprünge gemacht hat. Dabei habe ich aber auch erkannt, dass unser ganzes soziales und wirtschaftliches System sehr stark vom Bewahren der Erfolge der letzten Jahrzehnte geprägt ist. Es scheint mir verständlich, dass die Bewahrer sich nur schwer auf Neues und Unbekanntes einlassen, solange das Jetzige noch erfolgreich ist oder zumindest scheint. Was ich den Bewahrern dann vermittelte war die Freude am Entdecken. Damit einhergehend steigerte sich auch ihr Mut Bekanntes in Frage zu stellen, sich Bisheriges und Erreichtes zu Nutze zu machen um Neues auf dieser Basis zu bauen und wachsen zu lassen. Veränderung kann man also erlernen. Für mich war und ist es wichtig, alle Beteiligte mitzunehmen auf eine große Reise, wenn auch unklar ist, welche Stürme wir zu überstehen haben und welche Länder wir am Ende neu entdecken. Für mich ist diese Reise bereits das Erlebnis. Veränderung ist spannend, macht uns lebendig und neugierig. Also fragen Sie sich: „Was kann ich heute einmal anders machen?“. Das können kleine Dinge sein. Am Morgen mal Tee statt Kaffee, die Meetings im Stehen statt im Sitzen oder einen anderen Nachhauseweg wählen. Man muss ja nicht immer gleich die ganze Welt verändern wollen. Die Reise beginnt damit, dass man erste kleine Schritte geht. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß am „anders machen“. Reinhard Plückthun
  • Reinhard Plückthun
    Nov 8, 2018

    Ich finde, das Kreativität die meist unterschätzte Ressource in Unternehmen ist. Wir reden permanent darüber, das wir agiler, innovativer, radikaler werden müssen um auch in Zukunft erfolgreich sein zu können. Was wir aber dabei unterschätzen ist, das dieser Kampf an der menschlichen Ideenfront ausgetragen wird und eben nicht in der digitalen Vermessung der Welt. Also mehr Humboldt und weniger Gauß, vereinfacht gesagt. Es zählt der menschliche Funke und nicht der maschinelle Impuls. In einer Forrester Studie wurde festgestellt, das sich 61% aller Unternehmen als NICHT kreativ genug empfinden. Obwohl man auch festgestellt hat, das kreative Unternehmen erfolgreicher sind und bis zu 10% mehr Umsatz generieren. Warum also wird dieser verborgene Schatz so selten gehoben? Als erstes ist Kreativität ein Thema für die Führungs-Etage. In der IBM Global CEO Studie ist Kreativität die WICHTIGSTE Führungsqualität. Kreative Führungskräfte fördern Experimentierfreude und damit Innovationskraft im Unternehmen. Sie unterstützen aktiv tiefgreifende Veränderungen ihrer Geschäftsmodelle. Dabei suchen sie ständig nach neuen Ideen und sorgen für einen nachhaltigen innovativen Führungs- und Kommunikationsstil. Soweit so gut. In der Praxis hat sich mir oft ein differenzierteres Bild dargestellt. Nämlich, das oft die eigene Organisation einen breiten, mutigen Einsatz von Kreativität sogar verhindert. Kreativität wird oft ausgelagert in die Marketing-Abteilung ("die dürfen da ja kreativ sein") oder in externe Hub´s und Lab´s ("dort arbeiten wir mit jungen kreativen Start Up´s zuammen") und vermitteln so der Organisation, das Kreativität eher eine Nischen-Qualität im Management-Tagesgeschäft ist. Zu kurz gedacht. Denn die GESAMTE kreative Kraft, die in jedem Unternehmen liegt, gilt es täglich zu nutzen und zu aktivieren, um "neue, werthaltige und nützliche Dinge hervorzubringen" (Definition von Kreativität lt. D.G. Meyers, Psychologie 2014). Vor allem JETZT und HEUTE. Denn: Wir sind gerade Zeitzeuge von etwas NEUEM was gerade erst im entstehen ist. Historisch gewachsenes wird hinterfragt. Bisher erfolgreiches muss neu gedacht werden. Also: Wir brauchen mutige kreative Unternehmen, die JETZT unsere Zukunft neu gestalten. Welche Voraussetzungen dafür notwendig sind hat einmal Reinhard K- Sprenger so formuliert: „Wer will, dass seine Mitarbeiter kreativer werden, der muss Unsicherheit akzeptieren, auch scheinbar Unvernünftiges zulassen, wo kein extremer Schaden zu befürchten ist. Der erkennt Initiative an und nicht Konformität. Der schenkt seinen Mitarbeitern Vertrauen und gibt ihnen Freiheitraum.“ Conclusion: Jeder Mensch ist kreativ. Organisationen haben bisher zu wenig Kreativität gefördert und gefordert. Darin liegt ein unfassbar großes Potential. Denn Kreativität ist notwendig um Neues zu erschaffen. Neues wird unsere Zukunft sichern. Und Zukunft wird aus Ideen gemacht. Reinhard Plückthun Nov, 2018. www.navigationlab.de
  • Klaudia Weier
    Mar 29, 2018

    In einem ehemaligen Fabriksareal in Wien-Atzgersdorf befindet sich unser Creative Space. Untergebracht in einer alten Klavierfabrik, einem unverwechselbaren Bau aus roten Backsteinen. Als Plattform für Innovation lockt das Loft Kreative sämtlicher Sparten, die sich an Diskussionen beteiligen, Innovationsveranstaltungen besuchen oder selber Workshops abhalten wollen. Die Location ist Coworking Space, Café und Workshopraum zugleich, dem eine Atmosphäre von Bohème anhaftet und als idealer Rückzugsort für Innovatoren, Coworker sowie Kreative dient. Die Inspiration entsteht durch die Vielzahl an Möglichkeiten, sich ohne Druck entscheiden zu können. Man kann in unserer Bücherecke nach Methoden-Literatur oder Tools suchen, ein Business Meeting oder Offsite abhalten, den Nachmittag in Ruhe mit Arbeiten verbringen, inspirierende Gespräche führen bzw. einen Design Thinking oder anderen Workshop abhalten. Sich dabei vergessen oder finden und sich zwischendurch mit leckeren Köstlichkeiten verwöhnen lassen. Darf es ein bisschen Farbe sein? In unserem Creative Space in Wien können alle, die auf der Suche nach Inspiration sind, nicht nur entspannt workhoppen und coworken, sondern auch ihre kreativen Batterien aufladen. Inspiration für Farbgebung und Stile findet man hier an jeder Ecke. Nicht nur die Bilder an den Wänden, oder die ausgefallenen Bestuhlungsvarianten, sondern auch die funktionalen Möbel sowie Dekorationen und Installationen sind Kunstwerke für sich. Manchmal braucht man einfach etwas Abstand, um den Kopf wieder freizubekommen. Innovation entsteht dort, wo zusammengearbeitet wird und Ideen gemeinsam weiterentwickelt werden. Ziel ist es, dass möglichst viele Menschen mit unterschiedlichen Berufen und aus unterschiedlichen Branchen in einem Raum zusammenarbeiten. So wird eine kreative Arbeitsatmosphäre geschaffen, die Kooperation und Wissensaustausch fördert. So come in and take a seat @ our Coworkingloft
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